KEV | Wintersemester 2025/26 | Prof. Dr. Moritz Klenk
Herzlich willkommen zu Vorlesung und Seminar “Experimentelles Leben” im Sommersemester 2026. In diesem Dokument finden Sie die wichtigsten Informationen zur Veranstaltung.
Inhalt:
Die Zeit der Lebenskünstler:innen, derjenigen, die ihr eigenes Leben zu einem Werk gemacht und sich diesem ganz verpflichtet haben, scheint vorbei. Und mit ihr auch eine utopischer Alternativmodelle des Zusammenlebens. Was haben wir als erstes verloren? Der Siegeszug der sogenannten modernen Welt, eine ‘Ästhetisierung des Alltags’ oder Selbstoptimierung nach Wille und Vorstellung großer Konzerne wird als schaler ‘Ersatz’ hingenommen und die damit einhergehende Vernichtung der Künste auf praktisch allen Gebieten und der Verlust der freien Bildung zu Gunsten strategischer Qualifikation als technologischer Fortschritt gefeiert und von Institutionen (Hochschulen eingeschlossen) gefordert und propagiert.
Unter diesen Bedingungen stellt sich die Frage, ob eine Gestaltung des eigenen Lebens überhaupt noch möglich ist. Denn: der Griff der zugerichteten und zurichtenden Welt bis hinein ins Eigene scheint vollständig, unausweichlich und irreversibel.
Die Vorlesung im Modul “Experimentalität” widmet sich in diesem Semester, anschließend an das Wintersemester, mit einer Fortführung der Frage nach dem “experimentellen Leben”. Um dem totalen Zugriff zu entkommen braucht es radikale Versuche. Anhand von Beispielen solcher aus den bildenden Künsten, der Literatur, Philosophie und sozial engagierten Kulturwissenschaften werden wir uns die Fragen stellen, wie sich zum einen die Zwänge der Systeme beobachten und befragen lassen, und zum anderen wie sich darin Freiräume, Spielräume, Bewegungsmöglichkeiten entwickeln lassen.
Die Vorlesung sucht, dokumentiert und entwickelt experimentelle Anordnungen, welche sich im je eigenen Leben nur zeigen und versuchen lassen. Durchweg wird hier “Experimentalität” aber nicht als ein Modus des Wissenschaftlichen oder Technischen, sondern eine Haltung der Kunst gedacht. Die Ahnung, als Ausgangspunkt, ist: Experimentelles Leben kann nur als künstlerisches, poetisches Leben, das Leben nur als Lebenskunst befragt und gestaltet werden. Noch lange nicht ausgemacht ist, ob ein solcher Versuch gelingen kann oder was dabei ‘herauskommt’. Die ernsthaftesten Zweifel müssen angebracht werden, ob es innerhalb von Institutionen wie Hochschulen und selbst noch an Fakultäten für Gestaltung möglich ist, an solchen Fragen zu arbeiten. Aber was bleibt uns anderes übrig, als es zumindest zu versuchen?
In Vorlesung und begleitenden Übungen, beobachtend, diskutierend, experimentierend, (ein)übend die Gegenbewegung: die Ausweitung der Handlungszone, das ganze Leben zum experimentellen-künstlerischen Atelier, zum Erfahrungsraum, zum Material und Gegenstand künstlerischer Praxis und epistemischer Reflexion zu machen.
Ziele und Kompetenzen:
Kenntnis von künstlerischen Positionen im Bereich experimenteller Lebenskunst; Kenntnis und Übung experimenteller Verfahren und Ansätze zwischen Kunst und Gestaltung; kulturwissenschaftliches Reflexions- und Analysevermögen; philosophische, methodologische und kritische Reflexion gestalterischer Prozesse; sprachlich-begriffliches und künstlerisch-fragendes Darstellungsvermögen gegenwärtiger sozialer und kultureller Zusammenhänge; Fähigkeit zu Kultur- und Ideologiekritik; Praxis künstlerischer Lebensformen; Ermutigung zu eigenen Zugänge zu Lebenskunst.
Aufgaben und Prüfungsleistungen:
Vor- und Nachbereitung, Textlektüre, praktische Übungen, Textaufgaben, Versuchsreihen; Prüfungsleistung: Praktische Arbeit
Voraussetzungen:
Mut, Verwegenheit, Experimentierfreude, Begeisterung für experimentelles, künstlerisch-forschendes und lebenspraktisches Arbeiten und das eigene Leben, zumindest einmal versuchsweise, als Lebenskunst zu verstehen!
Art der Veranstaltung:
Präsenz, draußen, drinnen (an der Hochschule sowie ggf. an anderen Orten in Mannheim und Umgebung)
Anmeldung: per Email bis zum 13. März 2026
Ort: Gebäude C, Zeichensaal
Zeiten: Montags, 15:30 – 18:30 Uhr (Vorlesung+Praxis)
Der Veranstaltungsplan
ABSCHNITT I: Theoretische Grundlagen und Hintergründe
2026/03/17 — entfällt —
2026/03/23 1. Sitzung: Einführung in die Vorlesung, Methodisches, Konzeptionelles zur Konvivialität
Lektüre:
2026/03/30 2. Sitzung:
Lektüre:
2026/04/06 3. Sitzung:
Lektüre:
2026/04/13 — keine Sitzung — (Blockwoche)
2026/04/20 4. Sitzung:
Lektüre:
2026/04/27 5. Sitzung:
Lektüre:
2026/05/04 — keine Sitzung —
ABSCHNITT II: Experimente
2026/05/11 6. Sitzung:
Lektüre:
2026/05/18 7. Sitzung:
Lektüre:
2026/05/25 — keine Sitzung: Pfingstferien—
2026/06/01 8. Sitzung:
Lektüre:
2026/06/08 9. Sitzung:
Lektüre:
2026/06/15 10. Sitzung:
Lektüre:
2026/06/22 11. Sitzung:
Lektüre:
ABSCHNITT III: Präsentationen
2026/06/29 12. Sitzung: Gruppenpräsentationen der Experimente