KALV | Sommersemester 2026 | Prof. Dr. Moritz Klenk
“Tools for Conviviality” (die Vorlesung)
Herzlich Willkommen zur Vorlesung “Tools for Conviviality” im Sommer 2026. In diesem Dokument findet ihr die wichtigsten Informationen zur Veranstaltung.
Inhalt:
1973 schrieb Ivan Illich das Buch “Tools for Conviviality” (‘Werkzeuge für Konvivialität’) das heute zu den bedeutendsten Klassikern der Technologiekritik zählt. Seine Diagnose könnte aktueller nicht sein – hat er sie wirklich vor über 50 Jahren geschrieben? – : die Entwicklung der Technologien und Institutionen der industriellen, globalisierten, kapitalistischen Weltgesellschaft, kurz und weit gefasst: Werkzeuge der Menschen, der Gesellschaft, haben sich gegen sie, die Menschen und die Gesellschaft gewendet. Was einmal zur Erleichterung der Arbeit der Menschen erfunden worden war, dient nun sich selbst; ja schlimmer: die Menschen dienen mehr den Werkzeugen, den Institutionen als umgekehrt, die Mensch-Werkzeug-Beziehung wurde eine neue Form der Sklaverei, statt von dieser zu befreien. Was die Menschen bräuchten, so Illich, wären “new tools to work with rather than tools that ‘work’ for them” (10).
Es braucht Werkzeuge, die uns helfen, uns auszudrücken, die Welt zu einer besseren zu gestalten, uns zu befreien, und Werkzeuge die selbst schon verhindern, dass Menschen sich oder andere unterdrücken, ausbeuten, für sich oder andere arbeiten lassen.
Das Ziel dieser neuen Werkzeuge: “Konvivialität” – Formen des freien, sich gegenseitig bereichernden, lustvollen, geselligen Zusammenlebens, die durch autonomen, freien, kreativen Austausch unter den Menschen und mit ihrer Umwelt geprägt sind. Das bedeutet nichts weniger als eine vollständige Umwälzung der Bildungssysteme, der Institutionen, Kritik und Analyse bestehender Ausbeutungszusammenhänge, und experimentelle Erprobung neuer Werkzeuge.
Sommersemester 2026
Die Veranstaltung ist die Fortsetzung und Weiterentwicklung der Veranstaltung aus dem zurückliegenden Wintersemester (aber: keine Vorkenntnisse nötig). Aufbauend auf den Erfahrungen aus vorangegangenen Arbeiten wird das Verhältnis von Vorlesung und Übung umgekehrt: die praktische Übung steht im Zentrum der Arbeit! Anhand der Lektüre von Illich und anderer kleiner Texte soll der Versuch unternommen werden, Illichs Kritik auf die heutige Gesellschaft zu übertragen und praktisch erkundend zu überlegen, wie man seinen Hinweisen folgend die schlechten Werkzeuge erkennen und neue erfinden könnte. Welche Ideen, Formen und konkreten Werkzeuge brauchen wir für eine konviviale, freie Gesellschaft heute? Und wie lassen sie sich ganz konkret erproben? Das langfristige Ziel ist eine Art kritisch-experimentelles Kompendium, ein Katalog an Werkzeugen (ähnlich eines Whole Earth Catalogue) für Konvivialität heute, die von uns in eigener Erfahrung und Versuchsanordnungen erprobt werden.
Beispiele für Themen und Übungen: Rituale, Feste/Feiern, Beziehungsformen, Konsensorientierte Entscheidungsfindung, Essen/Kochen, Wohnen, Schenken/Tauschen, Mutual Aid, Formen der Solidarität, usw.
Bitte beachten: Die Veranstaltung bildet Synergien mit der Vertiefungsveranstaltungen “Something’s cooking!” im Sommersemester 2026. Der Besuch beider Veranstaltungen ist keine Voraussetzung aber bietet sich an und intensiviert Erfahrungs- und Arbeitszusammenhänge.
Ziele und Kompetenzen:
Theoretische, praktische, empirische und methodische Reflexion experimenteller, philosophischer und künstlerischer Zugänge zu Gesellschaft und Lebenswelt; analytische Reflexion und Darstellung gesellschaftlicher, medialer und technologischer Wandlungsprozesse; Entwicklung eigener Fragestellung für (neue) Handlungsfelder eines kritischen Kommunikationsdesigns; künstlerisch-forschendes Ausdrucksvermögen; Erweiterung und Schärfung von Bewusstsein und Aufmerksamkeit für die lebensweltlichen Grundlagen als wesentlicher Kontexte menschlichen Daseins; Übung in Konvivialität.
Aufgaben:
Lektüre; praktische Übungen; Teilnahme und Teilgabe; künstlerische Experimente; Prüfungs- und Studienleistungen: praktische Arbeit, semesterbegleitend.
Art der Veranstaltung: Präsenz, Experimente und Interventionen; die aktive Teilnahme ist Teil der Studien- und Prüfungsleistungen
Anmeldung: per Email bis zum 13. März 2026
Ort: Gebäude H, Raum H1107
Zeit: Dienstags, 15:30 – ca. 18:30 Uhr
Der Veranstaltungsplan
ABSCHNITT I: Theoretische Grundlagen und Hintergründe
2026/03/17 — entfällt —
2026/03/24 1. Sitzung: Einführung in die Vorlesung, Methodisches, Konzeptionelles zur Konvivialität
Lektüre:
2026/03/31 2. Sitzung:
Lektüre:
2026/04/07 3. Sitzung:
Lektüre:
2026/04/14 — keine Sitzung — (Blockwoche)
2026/04/21 4. Sitzung:
Lektüre:
2026/04/28 5. Sitzung:
Lektüre:
2026/05/05 — keine Sitzung —
ABSCHNITT II: Werkzeuge der Konvivialität
2026/05/12 6. Sitzung:
Lektüre:
2026/05/19 7. Sitzung:
Lektüre:
2026/05/26 — keine Sitzung: Pfingstferien—
2026/06/02 8. Sitzung:
Lektüre:
2026/06/09 9. Sitzung:
Lektüre:
2026/06/16 10. Sitzung:
Lektüre:
2026/06/23 11. Sitzung:
Lektüre:
ABSCHNITT III: Präsentationen
2026/06/30 12. Sitzung:
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